RheinFlanke jetzt auch in Worringen

Hilfe! möchte man rufen angesichts so vieler Kinder und junger Menschen, deren Schicksal sie aus ihrer Heimat flüchten ließ. Die RheinFlanke will voll auf die Bedürfnisse geflüchteter Menschen eingehen: „Wir holen die Menschen dort ab, wo sie sich befinden!“.

Rheinflanke: Stephan HülsmannStephan Hülsmann, Fahrer und Leiter der kleinen Busbesatzung, hat seinen Bus in den engen Hof des Wohnheims bugsiert, fast ohne anzustoßen. Dann geht es auch gleich zur Sache. Der Bus zieht die Kinder und Jugendlichen im Wohnheim an, man bespricht sich, macht Vorschläge, geht auf Wünsche zur Spielgestaltung ein. Und: Die Leute vom gelben Bus nutzen gerne und wie selbstverständlich auch die Freizeit-Angebote vor Ort für ihre Arbeit.

Angebote allein reichen für diese Kinder nicht – sie müssen auch wahrgenommen werden. So geht man zum Beispiel gemeinsam mit ihnen zu Orten, an denen man sich sportlich-spielerisch betätigen kann. Das kann ein Sportverein sein oder auch ein Spielplatz. Damit wird die Schwelle zum Verlassen des kleinen, tristen Wohnheims beseitigt. Bis der Weg irgendwann auch alleine problemlos bewältigt werden kann, und nicht nur an dem einen Tag in der Woche, an dem die RheinFlanke sich kümmert.

An einem Regentag wird improvisiert: Stephan Hülsmann geht mit seiner Kollegin Kaziwah Ademi und Praktikant Lawand ins Wohnheim, trommelt durch die Flure „wir sind da!“ und sofort kommen die Kleinen wie die Größeren, werden mitgenommen in den Gemeinschaftsraum des Wohnheims. Hier gibt es für die etwa 15 Kinder ausreichend Platz. Neben Spielsachen, Bilderbüchern und Malblättern – alles Spenden der Worringer – ist Tischfußball der Favorit. Die Kinder kicken mit- und gegeneinander, verstehen in jeder Situation die Sprache des anderen. Stephan Hülsmann ist zufrieden: Er hat mit spielerischer Leichtigkeit die Kinder zu einer gemeinsamen Aktion gebracht, bei der jeder seinen Teil beigetragen hat. Ohne jedes Verständigungsproblem.

1-Rheinflanke-BusDie Mitarbeiter/-innen der RheinFlanke verstehen sich keineswegs als Bespaßer, sondern wollen in ihren Aktivitäten ein soziales Kompetenztraining mit den Kindern und Jugendlichen absolvieren. Die konsequente Einhaltung von Regeln ist gar nicht so einfach. Aber auch die Ansage: „Erst jetzt mal die Mädchen (am Tischfußball) spielen lassen!“ klappt – die Jungs gehen zur Seite!

Gemeinsames Aufräumen ist selbstverständlich. Der Gemeinschaftsraum im Wohnheim wird verlassen, wie er vorgefunden wurde und man freut sich allseits auf ein Wiedersehen mit dem gelben Bus und seiner Besatzung.

Fazit: Selbst bei den wenigen Einsätzen der RheinFlanke im und am Worringer Wohnheim zeigt sich der große Wert für die Kinder und Jugendlichen. Sie erhalten von professionellen Betreuern in spielerischer Manier eine kurzweilige Beschäftigung und gleichzeitig ein lebensnahes Training.

Bericht & Fotos: Hans Bernd Nolden