Wieso keine Sachspenden?

Viele Menschen, die Gutes tun wollen, äußern Unverständnis dafür, dass der SKM keine Sachspenden in der Unterkunft annehmen will. Die Furcht liegt nahe, durch Abgabe von Sachspenden an einige Sammelstellen, wo die Spenden verkauft werden, würden sich andere bereichern.

Der SKM hat für seine Regelung gute Gründe:

Sachspenden müssen gesichtet und sortiert, oft auch bearbeitet werden. Dafür hat weder der SKM noch das NETZwerk Mitarbeiter, denn die brauchen wir für die Betreuung der Menschen.

Die Verteilung von Einzelstücken ist immer ungerecht. Wer bekommt die besten Sachen, wer geht leer aus? Es ist allzu menschlich, dass das Unfrieden stiften kann. Die Anlieferung von Spielzeug und Kleidungsstücken erinnert an die Gabe von Almosen. Wir wollen uns aber
lieber „auf ähnlicher Augenhöhe“, also etwas gleichberechtigter, begegnen und Eigeninitiative fördern.

Unsere neuen Nachbarn haben, wenn auch sehr wenig, Geld. Sie können sich das, was sie brauchen, kaufen. In den genannten Sammelstellen sind die Dinge gut sortiert und in größerer Auswahl billig zu erwerben.

In den Sammelstellen arbeiten meist Menschen, die „auf dem ersten Arbeitsmarkt“ keine Chance haben. Die Träger dieser Sammelstellen sind in der Regel gemeinnützig und verdienen mit ihrer Arbeit kein Geld, bzw. verwenden Erlöse für ihre gemeinnützigen Zwecke.

Für momentan nicht gebrauchte Dinge benötigt man Lagerplatz, den es in der Unterkunft – nicht zuletzt wegen feuerpolizeilicher Bestimmungen – nicht gibt.

Michael Heidel – Team Soziales

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