Flüchtlingssituation, Schulen und Kitas im Kölner Norden

Aktuelle Informationen – authentisch, aus Erster Hand

Beim Folgegespräch einer Delegation der Bürgervereine aus Worringen und Roggendorf/Thenhoven und dem „NETZwerk Flüchtlingshilfe Worringen“ beim Sozialdezernenten Herrn Dr. Rau gab es wieder interessante Informationen. Frau Dr. Klein, Dezernentin für die Kölner Schulen, war wegen drängender Fragen zur Schul- und Kita-Situation im Kölner Norden ebenfalls dabei. Fakten und Fragen zu den beiden Themenbereichen waren von Frau Weyell (NETZwerk) in einer Präsentation zusammengefasst und zur Vorbereitung den Vertretern der Stadt vorweg geschickt worden.

Gespräch NETZwerk Flüchtlingshilfe Worringen mit Vertretern der Stadt Köln

Gespräch NETZwerk Flüchtlingshilfe Worringen mit Vertretern der Stadt Köln

Insgesamt war auch dieses Gespräch geprägt von dem Willen, drängende Fragen beantworten zu lassen, für Lösungen zu sorgen und über Aktuelles zu informieren. So gab Herr Ludwig, Amtsleiter für Wohnungswesen, einige aktuelle Informationen zur Situation in Fragen rund um die im Kölner Norden untergebrachten Flüchtlinge:

  • Schließung der Wohnheime in Worringen und Blumenberg bis zum Ende 2018, Beginn (2.Quartal 2018) sowie Fertigstellung und Bezug des Fertigbau-Wohnheims in R/T und in Fühlingen (4.Quartal) und Umzug der Flüchtlinge aus dem Wohnheim in Worringen ins neue Wohnheim nach R/T nach dessen Fertigstellung
  • Verlagerung des Bolzplatzes und des Bauwagens (Projekt des Jugendamtes/SKM) vom Mönchsfeld (R/T) in das Areal des neuen Wohnheims für Geflüchtete.
  • Zur Idee, ein Bürgerbüro in den ehemaligen Schlecker-Verkaufsräumen in R/T einzurichten: die Realisierung sei noch mit den Verantwortlichen in der Stadtentwicklung zu diskutieren.
  • Zum Schützenfest 2018 in R/T gibt es wieder ein klares Statement seitens der Stadtverwaltung: Es wird keinerlei Genehmigungsprobleme geben und auch der Kirmesplatz bleibt bestehen.
  • Die vier wichtigsten Felder des Wohnungsamtes bei der Unterbringung geflüchteter Menschen seien: Leerziehen aller Notunterkünfte (Baumärkte, Hallen) bis Ende 2018, Reduzierung kostenintensiver Unterbringung (Hotels), Auflösung sanierungsbedürftiger Unterkünfte (wie Worringen und Blumenberg) und Aufbau einer Reserve mit bis zu 3.500 Unterkunftsplätzen.

Danach fand Herr Weissenberg aus Worringen (NETZwerk/Bürgerverein) noch offene Ohren bei der Schilderung einiger noch nicht erledigter Punkte aus dem Februar-Gespräch. So wird sich in Sachen Verkehrsberuhigung und Zebrastreifen an der Kreuzung Hackhauser Weg / Uedesheimer Weg endlich etwas bewegen. Und Stadträtin Frau Nesseler-Komp will sich mit Zuständigen wegen der immer noch nicht zufriedenstellenden Zustände rund um den Bahnhof Worringen in Verbindung setzen, um eine bessere Langzeitlösung zu erarbeiten.

Gespräch NETZwerk Flüchtlingshilfe Worringen mit Vertretern der Stadt Köln

Gespräch NETZwerk Flüchtlingshilfe Worringen mit Vertretern der Stadt Köln

Breiteren Raum nahm dann eine rege Diskussion ein, die sich im Verlauf des Vortrags von Herrn Garlip (Bürgerverein R/T) mit der Schuldezernentin Dr. Klein und Stabsstellenleiter Pfeuffer ergab. Hier ging es um die Darlegung der seitens NETZwerk erkannten Fragen und Probleme rund um die Themen Schule und Kitas.
Laut Schuldezernentin Dr. Klein wird genaueres und vor allen Dingen aktuelles Datenmaterial benötigt, um auch die Neubaugebiete und die Flüchtlingskinder berücksichtigen zu können. Auch vor dem Hintergrund, dass Köln in den nächsten Jahren um 200.000 Menschen wachsen wird, seien Korrekturen bei den derzeitigen Bedarfsprognosen dringend notwendig. Laut Frau Nesseler-Komp, die Mitglied im städt. Schulausschuss ist, wird die neue Planungsprognose dabei den Zeitraum bis 2025 einschließen. Man ist sich laut Frau Dr. Klein bewusst, dass die derzeitige Planung deutlich korrigiert werden muss.
Die Zahl der Kitas soll im Kölner Norden um sechs erhöht werden – wenn ein entsprechender Ratsbeschluss getroffen wird. Danach könnte ggf. eine sechszügige Kita auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule Holzheimer Weg in Worringen unter freier Trägerschaft eingerichtet werden. Dieses Gelände ist auch als Reservefläche für eine weitere Worringer Grundschule vorgesehen. Der Neubau von Schulen soll – so die Stadt Köln – mit Investoren erfolgen.
Der Bedarf einer weiteren Kita-Gruppe wird für die Berrischstrasse in R/T gesehen. Der Bedarf an Grundschulplätzen wird derzeit als „auskömmlich“ angesehen – vorbehaltlich der neuen Prognose.

Auch bei den weiterführenden Schulen wird Bedarf gesehen. Derzeit ist aber kein Grundstück mit Nahverkehrsanbindung in Sicht, welches auch für Kinder aus dem Kölner Süden erreichbar wäre. Vorschläge zu einem passenden Grundstück im Kölner Norden seien sehr willkommen!
Frau Dr. Klein versprach, nach Überprüfung aktuelles Zahlenmaterial zu schicken – nicht zuletzt, um „Gerüchten“ vorzubeugen. Wichtigste, grundsätzliche Aussage von Frau Dr. Klein (Zitat): „Wir müssen bauen!“
Erneut konnte ein Folge-Gespräch für den Juni 2018 gemeinsam mit Herrn Dr. Rau und Frau Dr. Klein vereinbart werden.

Bericht: Hans-Bernd Nolden, Simone Weyell, Guido Garlip, Paul Reiner Weissenberg
Fotos: Hans-Bernd Nolden
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski